Scheiden tut weh Tour 2019

SAMSAS TRAUM und Gäste

Wiederentdeckte Songs aus der Zeit ihres Black-Metal-Epos „Heiliges Herz“.
Sonntag
31.03.
2019
MusikZentrum
Einlass: 19:00h  Beginn: 20:00h
VVK: 28 € zzgl. aller Gebühren 

Samsas Traum wurden 1996 als Einmannprojekt gegründet und unterschrieben 1999 ihren Plattenvertrag mit der Trisol Music Group. Die Band veröffentlichte seitdem zwölf stilistisch unterschiedliche Studio-Alben, von denen es mehrere in die deutschen Charts schafften. Aus der Andersartigkeit und Kompromisslosigkeit der Band resultierten zahlreiche Kooperationen, die so facettenreich sind wie die Musik von Samsas Traum selbst: Das Black-Metal-Epos „Heiliges Herz“ wurde von At-The-Gates-Drummer Adrian Erlandsson eingetrommelt, auf „a.Ura“ mimt der österreichische Starkabarettist Alf Poier ein Zebra. Auf Samsas-Traum-Alben sangen sowohl Liv Kristin als auch Alexander Frank Spreng (ASP) und Chris Pohl (Blutengel). Die Journalisten-Ikone Ulf Kubanke zerbrach sich an „Poesie: Friedrichs Geschichte“ das Hirn, dem aktuellen Album „Scheiden tut weh“ setzt Doro Peschs Gitarrist Luca Princiotta die Krone auf. Mit den Jahren zu einer Band mit fester Besetzung herangewachsen, sind Samsas-Traum-Konzerte und Festival-Auftritte gern gesehene Spektakel mit beeindruckender Fan-Interaktion und hohem Unterhaltungswert.

Manche Bands mögen verstaubte Songs in ihren Schubladen finden, die es Jahre nach ihrer Entstehung auf neue Veröffentlichungen oder Raritätensammlungen schaffen – dass allerdings komplette Alben wiederauftauchen, die irgendwann vergessen wurden, ist eher eine Seltenheit. Samsas Traum, die Musik-Extremisten um Autor und Geschichtenerzähler Alexander Kaschte, haben jüngst eine jener seltenen Scheiben ausgegraben, denen zur Zeit ihrer Entstehung jedwede Überlebensfähigkeit abgesprochen wurde – und sich des Materials angenommen. So mancher hätte Samsas Traum alles zugetraut, nur das nicht: Fans unterstützten das Unterfangen via Crowdfunding mit satten 171.000 Euro.

Alter Wein in neuen Schläuchen? Fehlanzeige. Bei „Scheiden tut weh“, so der Titel des wiederentdeckten Machwerks, handelt es sich um zwölf Songs, die allesamt zur Zeit des samsarischen Black-Metal-Epos „Heiliges Herz – Das Schwert deiner Sonne“ entstanden und damals ob ihres hymnischen und erquickenden Charakters unter den Tisch gekehrt wurden. Wenn man das Material heute hört, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man mit der Archivierung vor elf Jahren nicht die klügste Entscheidung getroffen hat: Die Musik ist frisch und rotzig, episch und ungestüm, die Texte sind messerscharf. „Scheiden tut weh“ hätte Samsas Traum auch zu einem früheren Zeitpunkt in der Bandgeschichte gut zu Gesicht gestanden: Während Frontalattacken wie „Parasitenfotze“ und „Ich bin der Antichrist“ alles wegblasen, schlagen Nummern wie „Mein bleicher Wolf“ und „Dafür sind Helden da“ epischere Töne an. „Bis in alle Ewigkeit“ und der Titeltrack „Scheiden tut weh“ haben Hitcharakter und sind zweifelsohne „Crowd-Pleaser“ zukünftiger Konzerte.

Am Schlagzeug trommelt wie immer das Ausnahmetalent Michael „Cain“ Beck, am Bass ist Gerrit Wolf von Jovian Spin zu hören. Für die Gitarren-Soli konnte man erneut Luca Princiotta gewinnen, der seit fast zehn Jahren mit Samsas Traum zusammenarbeitet und ansonsten mit Doro Pesch auf der Bühne steht.

Photocredit: Alex Kühr

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