Sonntag
27.02.
2022

DreamHaus präsentiert:

Von Dreck und Liebe

SCHIMMERLING und Gäste

Zwischen Pop, Rock und ehrlichen Worten hat Schimmerling sein musikalisches Zuhause gefunden.
LUX
Einlass: 19:00h  Beginn: 20:00h
VVK: 16 € zzgl. aller Gebühren 

Anfang 2020: Noch ist alles beim Alten. Fast alles. Eine neue Band mit erhöhtem Selbstanspruch scharrt mit den glamourös-glitzernd-verstaubten Hufen. Es geht um alles, um Soul und Rock, um Indie-Gitarren und Haltung, ums phonstarke Vertreiben von bösen, und das Umarmen von guten Geistern. Kein Stein bleibt auf dem anderen: Welcome Schimmerling! Die heile und die geile Welt schließen sich endlich nicht mehr aus. Was Prince in den Wahnsinn trieb, ist für diese vier Musiker mit dem Breitwand-Stimmwunder-Frontmann Shimmoneq „more than a woman“. Wenn Rockmusik unbedingt eine Frau sein muss, was sie gerne sein darf, dann trägt sie, die wunderschön Vernarbte, eine Kalaschnikow überm Rückenfreien. Hormone sind schließlich alles. Fast alles, würden da nicht die ganz dicken Fische in den Tiefen der Seele schwimmen, die zum Abtauchen zwingen. Songgewordene Schätze bringen Schimmerling von ihren Tauchgängen mit. Die Texte bersten vor „Attitude“, die Musik will raus, in die Manege, zu Tausenden, Zehntausenden, Hundertausenden.

Mitte 2021: Nichts ist wie vorher. Eine hinterhältige, infektiöse organische Struktur hält das Leben an. Und die Musik. Von den Hormonen ganz zu schweigen. Die große Limousine des Ruhms steht im Stau und trägt Mundschutz. Der Anspruch von Schimmerling wird zum schneidenden Boomerang, der die Band gleich mehrere Köpfe kostet. Der viele Schweiß, die endlosen Tränen, das 360-Grad-Verknalltsein in die Musik, in die Menschen, ins Songwriting – alles für die Tonne? Droht das Glühen des Schimmerlings im dichten Nebel des Popkultur-Tiefschlafs ins Sparlampen-Leuchten überzugehen?

Herbst 2021: Schimmerling is back. Das grandioseste Comeback aller Zeiten, dem kein Vorspiel vorausgehen durfte, steht an. Shimmoneq schickt als allererstes den „Killer“ nebst gleichnamiger EP ins Rennen. Noch zu fünft aufgenommen, jagt er den kantigen Troubadour in Personalunion in die Erdumlaufbahn des WWW. „Killer“ ist der Sound für den Moment, in dem sich der Himmel auftut, um die Seele zu wärmen und das Gras zu trocknen, damit darauf in Echtzeit geknutscht werden kann. Shimmoneq ist Schimmerling. Schimmerling ist ein „Killer“, den Shimmoneq mit feinsten Konnotationen versieht, zu denen man tanzen kann.

Die Zukunft: England gehört nicht mehr zu Europa und der „alte Kontinent“ kann die verzweifelte Suche nach einem europäischen Mick Jagger endlich einstellen. Shimmoneq, dem der Zusatz „The Rebirth Of The Cool“ passgenau quasi seit Geburt anhaftet, bringt den Stein erstmal zwischen Oslo und Lissabon zum Rollen. Und dann überall auf der Kugel, die sich immer weiterdreht. Die lyrischen Untiefen des Deutschpop? Pillepalle! Am Allerwelt-Kleinklein hängt sich ein Schimmerling nicht auf. Es muss schon etwas Profundes sein. Die Nuancen menschlicher Leidenschaften und Abgründe, beispielsweise. Schreit, lasst die Depression raus, betrachtet sie, feiert sie, begrabt sie. Schimmerling wird euch flankierendes Geleit bieten. Schimmerling ist nämlich, zumindest temporär, die neue Ein-Mann-Widerstandsbewegung, die der neuen, gleichnamigen Band von Anfang 2020 glamouröser und schöner denn je auf den gerockten Tanzfüßen folgt.

Photocredit: Erik Weiss

Links

http://www.schimmerlingmusik.de